Vita
 
1968
geboren in Amersfoort

1987-1992
Hogeschool voor de Kunsten, Utrecht

1994-1995
Rijksakademie van Beeldende Kunsten, Amsterdam

seit 1995
lebt und arbeitet in Amsterdam (NL)


Auszeichnungen

1998
"Wim Izaksprijs 1998", Hermen Molendijk-Stiftung, Amersfoort

Ausstellungen
 
Einzelausstellungen

2017
Art Cologne (mit Jan Schoonhoven), Galerie Borzo
Lieu d’art contemporain (mit Koen Vermeule), Narbonne (F)

2016
Holland Highway, Gasunie, Groningen (NL)

2015
Jan Andriesse & Jurriaan Molenaar, Galerie Borzo, Amsterdam

2014
Edition bei Mo-artgallery, Amsterdam (NL)

2013
Match (duo met Ton Kraayeveld), galerie Nouvelles Images, Den Haag
KunstRAI, stand galerie Jan van Hoof, Amsterdam

2012
Jim Harris & Jurriaan Molenaar, kunstruimte Kuub, Utrecht
Jurriaan Molenaar, Jan van Hoof galerie, ’s-Hertogenbosch
Deelnemer De nieuwe Rembrandt, Avro, 7 weken op Ned 2
Nieuw werk, Marian Cramer Projects, Amsterdam

2011
Alumni Rijksakademie (duo met Tim Ayres), Marian Cramer Projects, Amsterdam

2010
Galerie Voss, Düsseldorf
Lessness, Marian Cramer Projects, Amsterdam
Transit, ACB gallery, Boedapest

2009
"Jurriaan Molenaar", KunstRai (stand Tanya Rumpff), Amsterdam

2008
"Precisely that!" (mit Han Schuil), ACB galéria, Budapest

2007
"Nightshift", galerie Tanya Rumpff, Haarlem

2006
"Ablakok", ACB galéria, Budapest

2005
"Unisono in duplo", Stedelijk Museum Schiedam
"Logo Building" (mit Tobias Hauser), Galerie Fiebach & Minninger, Keulen

2004
"Passag"e, galerie Fiebach & Minninger, Keulen
"Passage", galerie Tanya Rumpff, Haarlem

2003
"Unbuil"t, galerie Tanya Rumpff, Haarlem

2002
"40% Architecture" (mit Oskar de Kiefte), Inmo gallery, Los Angeles

2000
"Holocene", galerie Tanya Rumpff, Haarlem

1999
"Odyssee 2000", Fries Museum, Leeuwarden

1998
"Nomotions", Buro Empty, Amsterdam
"Flight 44", galerie Tanya Rumpff, Haarlem

1997
"Jurriaan Molenaar", LAK Galerie, Leiden


1996
"De Tien Gebieden", galerie Art & Project, Slootdorp


Gruppenausstellungen

2016
Het ABC van de Collectie, Stedelijk Museum Schiedam (NL)
Van Gogh Mini’s, MOTI, Museum of the Image, Breda (NL)
Culture of Colors, AkzoNobel Art Foundation, Amsterdam (catalog) (NL)

2015
Art Rotterdam, Galerie Borzo(met Jan Andriesse en Herman de Vries) (NL)

2014
Gedeelde Passie, Aanwinsten 2008-2013, Stedelijk Museum Schiedam (NL)
We Like Art, Westergasfabriek, Amsterdam
Art Rotterdam, stand Galerie Reuten (NL)

2013
Binnen ruimtes, galerie Reuten, Amsterdam
Art Warehouse, stand Jan van Hoof, Rotterdam

2012
Cool!, Stedelijk Museum Schiedam
Art Amsterdam Noord, Amsterdam
De finalisten van De Nieuwe Rembrandt, galerie Metis, Amsterdam
Summer 2012, galerie Voss, Düsseldorf
Re: Rotterdam, Marian Cramer Projects

2011
Artfair Köln, stand galerie Voss
Na Nul, galerie Borzo, Amsterdam
VoTH, Stedelijk Museum ’s-Hertogenbosch (cat.)
Zo zit dat, stoelencollectie stichting Zetel, CBK Emmen
Art Amsterdam, stand galerie Voss

2010
Art Rotterdam, stand galerie Tanya Rumpff
25 jaar galerie Tanya Rumpff, laatste groepstentoonstelling
Vienna Art Fair, stand ACB gallery
Art Amsterdam, stand galerie Voss

2009
"Huis Clo09s", Galerie Reuten, Amsterdam (NL)
"Outlook" (von 2001), Tweede Kamer, Den Haag
"Scherp gesneden/raak getypeerd", Tricot Winterswijk
"Intern & extern", Kunsthal 52, Den Helder

2008
"Intern & extern", Kunsthal 52, Den Helder
"In stock-Uit stock", galerie Tanya Rumpff
"Tentoonstelling 1, scherp gesneden/raak getypeerd", Tricot Winterswijk

2007
"On Memory" (curator Johan Deumens), galerie Tanya Rumpff
"Muze", film en muziek van Arnoud Noordegraaf/ Luuk Vierhout, Festival a/d Werf 2007, Utrecht en Frascati, Amsterdam
"Groei. Aanwinsten 2003-2007", Stedelijk Museum Schiedam

2006
"Vrienden voor het leve"n, Stedelijk Museum Schiedam
"Zetel", De Zonnehof, Amersfoort
"Zete"l, Glaspaleis, Heerlen

2004
"4 Dutch Artist"s, ACB galéria, Budapest
"Tien jaar Wim Izaksprijs", Dordrechts Museum

2003
"Ansichten & Ausblicke", Galerie Fiebach&Minninger, Keulen
"The Seven Year Itch", Stedelijk Museum Schiedam

2002
"Iets wat zoveel kost, is alles waard", De Beyerd, Breda

2001
"Schoon", W 139, Amsterdam
"De visite is er", Arti et Amitiae, Amsterdam
Inmo gallery, Los Angeles, USA

1999
"Wim Izaksprijs 1998", Kunstgenootschap Diepenheim
"Collectie Altena-Boswinkel", Stedelijk Museum Schiedam

1998
"De Bermuda Driehoek", W 139, Amsterdam
"Koninklijke Subsidie", Paleis op de Dam, Amsterdam

1997
"Password: Worden", W 139, Amsterdam

1996
"Emo Verkerk, Daan van Golden, Rob van Koningsbruggen,
Jurriaan Molenaar" , galerie Tanya Rumpff, Haarlem
"Collectie OCÉ", Bonnefantenmuseum, Maastricht

1995
"6 Kunstenaars, Prix NI", galerie Nouvelles Images, Den Haag
"Koninklijke Subsidie", Paleis op de Dam, Amsterdam




Aktuelle Ausstellungen
 
Jurriaan Molenaar // Lessness
30.04.2010 - 05.06.2010


Summer 2012
06.07.2012 - 01.09.2012



Literatur
 
Schweifen in gefrorenen Bildern

Der venezianische Architekt und Maler Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) verfolgte mit großer Neugier archäo¬lo¬¬gische Aus¬grabungen in Rom und stellte die Ruinen und Fundstellen auf eine Weise dar, die uns noch heute Aufschluss über die damalige Grabungs¬situa¬tion gibt. Offenbar regte diese Arbeit seine Vorstel¬lungskraft an, denn 1750 begann er mit einer Serie von Radierungen erfundener Kerker und unter¬irdischer Gewölbe: die berühmten Carceri d’invenzione. Piranesi trotzte hierin den Gesetzen der Perspektive und der Wirklichkeitsdarstellung, indem er das ganze Blatt mit Bögen, Brücken, Treppen und Toren füllte und erkennen ließ, dass die Komposition nur ein Ausschnitt eines viel größeren Ganzen war.
Licht und Schatten spielen dabei eine ganz eigene expressive Rolle. Die Carceri zeigen die Vision eines labyrin¬thischen Netzes von Gängen, welches unmöglich rational zu rekonstruieren ist.
Jurriaan Molenaar (1968) greift die Technik Piranesis auf: Auch die bei ihm dar¬¬¬¬¬ge-stellten Situationen sind dem Betrachter nicht ohne weiteres zugänglich. Ein scheinbar unbegrenzter, zweidimensional abgebildeter Raum erscheint in einer Perspektive, die auf den ersten Blick nicht ergründbar, aber doch erkennbar ist.
Frühere Arbeiten stellen die Außenseite eines Gebäudes aus der Vogel¬pers¬pektive dar. Der Betrachter blickt von oben herab auf Landschaften; auf einen Untergrund, auf dem sich Wasser und Land abzeichnen. Das Gebäude steht als ein unregel¬mäßig geformtes, geschlos¬senes Volumen auf einer Grund¬fläche.
Heute versetzt sich der Maler an einen Ort in einem Gebäude, sodass wir die räum-liche Struktur der Wände, Böden, Tür- und Fensteröffnungen von innen heraus erfahren. Bei diesen Interieurs bevorzugt er vielschichtige Räume mit uner¬war¬teten Ecken, Lufträumen und Glaswänden, die einen Raum physisch, aber nicht visuell begrenzen. Kennzeichnend für alle Kompositionen ist die Abwesen¬heit von erzählenden Elementen: Kein einziger Teil zieht die Auf¬merk¬¬samkeit auf sich, die Farbe ist über die ganze Lein¬wand mit gleicher Präzision aufgetragen. So entsteht in den Bildern eine Spannung zwischen dem, was der Künstler malt, und dem, was unsichtbar bleibt.
Jurriaan Molenaar lässt sich nicht über Details aus. Sie lenken von der Dar¬¬¬stel¬¬¬lung oder der Illusion von Raum ab. Jede Handlung, jeder Zwischenfall – wäre es auch nur die Idee, das Gebäude sei noch nicht fertig, oder die Erwar¬t¬ung, jemand könne es im nächsten Moment betreten – ist zuviel. Dieses Prinzip eröffnet Einblicke in einen großen visuellen Reichtum.
Die Auswahl eines Bildes bestimmt Molenaar in der Bewegung. Die Vogel¬pers¬pek¬tiven bedingen dies: Der Maler hat Ballonfahrten und Rundflüge unter¬¬¬nom¬men und seine Höhenangst überwunden, um sich diesen Blick zu eigen machen zu können. Das gemalte Bild schließlich ist nichts anderes als ein still, eine split second aus einer unendlichen Reihe von Perspektiven. Wenn der Künstler festen Boden unter den Füßen hat, wie wir bei den übrigen Komposi¬tionen annehmen können, sind es noch immer die Bewegungen des Auges, Körpers oder Kopfes, die den Bildausschnitt bestimmen. Der Eindruck des Bildes hängt letztendlich von der aus diesen Bewegungen getroffenen Aus¬wahl ab, die einem Einfrieren der Wahr¬nehmung gleichkommt. Beispiels¬weise hin¬sichtlich des Horizontes, der gerade, schief oder unsichtbar als Ausgangs¬punkt in Bezug auf die Bild¬fläche angenommen wird.
Mindestens ebenso wichtig ist die Position der Wandflächen zueinander. Jeder, der schon einmal zwischen Wolkenkratzern gelaufen ist, weiß, wie sich bei jedem Schritt die perspekti¬vische Wahrnehmung verzerrt und ändert. In einem offenen Innenraum funktioniert dies genauso. Eine andere Wahl betrifft den Bildaus¬schnitt. An welcher Stelle wird die Komposition begrenzt und welchen Effekt hat dies auf den Wirklichkeits¬gehalt der Darstellung? Impres¬sio¬¬nis¬tische Straßenbilder durch¬schnitten zum ersten Mal scheinbar zufällig die Häuser am Rand des Bildes. Molenaar benutzt diese Technik häufig in brei¬ten, liegenden Formaten. Der Effekt ist auch hier, wie bei Gustave Caillebotte und Camille Pissarro, die scheinbare Kontinuität der Darstellung.1
Ungeachtet des enormen Unterschiedes im Ergebnis teilt Jurriaan Molenaar
mit den Impressionisten die gleiche Faszination für das Straßenbild seiner Zeit.
Er reist viel, und die Architektur, die seine Vorstellung anregt, ist der univer¬sel¬le Bau aus Beton, Glas und Gips¬wänden, den man von Köln bis Kapstadt und von Chicago bis Singapur antreffen kann. Ohne als eine spezi¬fische Situ¬a¬tion einge¬ordnet zu werden, die ausschließlich an einem bestimmten Ort anzu¬tref¬fen ist, können die Motive von Molenaar so überall erkannt werden. Bei aller Verein¬fach¬ung und Stilisierung tut Molenaar dieser vorstellbaren Wirklichkeit keine Gewalt an.
Er hält sich an das Augenzeugenprinzip: Nichts wird wiedergegeben, was zum Zeit-punkt des Betrachtens nicht sichtbar gewesen sein kann. Der Vorteil dieses Prinzips besteht darin, dass der Betrachter des Bildes dieselbe Perspek¬¬tive hat wie der Maler beim Festlegen des Bildausschnittes.2
So gelangen wir zum Kern dieser Arbeiten: die Faszination von Raum, aus¬¬¬schlie߬lich mit Farbe auf die Leinwand suggeriert. Der Maler darf die Grenzen der Suggestion nicht über¬schreiten, denn wenn er seine Emotion beim Antref¬fen eines brauchbaren Bildes nacherzählen würde, bliebe nichts weiter übrig als schwer¬fälliger, alltäglicher Realismus und nicht das sparsame, in leichten Grau¬werten gemalte Stück Labyrinth, welches wir sehen. Woraus das Labyrinth auch aufgebaut ist – Konstruktionen, Mate-rialien, Abmessungen: Der Maler lässt es dahingestellt, doch der Betrachter kennt gefühlsmäßig die Antwort. Dass er dabei durch die Art von Farbverläufen inner¬halb einer mono¬chromen Fläche gelenkt wird, bleibt unterschwellig.
Für einen aufmerksamen Betrachter treten im Spiel von Licht und Schatten die einzigen Inkonsequenzen in dieser ansonsten so stabil fundierten Kom¬position auf. Hier zeigt der Maler, dass ihn, als er 1989 in einem russischen Kloster lernte, Ikonen zu malen, eine „andere Welt“ berührt hat: „Diese ‚andere Welt’ kannte eine Reihe auffal¬lender Regeln; es wurde ‚umgekehrte Perspek¬tive’ ange¬wendet, wo¬durch man von einem Objekt sowohl die linke als auch die rechte Seite sehen konnte. Und weil die ‚andere Welt’ selbst die Lichtquelle war, wurde sie ohne Schatten abgebildet. Und außerdem fesselte mich die stilisierte Bildsprache.“
Es ist Jurriaan Molenaars Streben, dass das Auge des Betrachters unauf¬hörlich umher¬schweift. Dass es sich fangen lässt in seinen Kerkern und sich dort nie langweilt.

Text: Rob Smolders