Vita
 
Geboren 1981

2002 - 03 Studium der Kunst und Philosophie an der Universität Dortmund
2003 Wechsel an die Kunstakademie Münster
2004 Klasse von Michael van Ofen
2010 Meisterjahr

lebt und arbeitet in Düsseldorf

Ausstellungen
 
2005 Förderpreisausstellung der Kunstakademie Münster, Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst, Münster
2006 F&F, Galerie im Rathaus, Lippstadt und der Handwerkskammer Münster
2007 Kunstakademie Münster stellt vor ... am Leonardo Campus, Ausstellung im Rahmen der Skulptur Projekte Münster 2007; Kunstakademie Münster
2007 2. Preisträger des Jab Anstoetz Kunstpreises
2009 Kontakt, Galerie Lindner & Schidlowski
2010 K10, Galerie Lindner, Münster
2010 Video Screening von „Hypogeum“ im Goldenen Dorf, Bestandteil der Emscher Ruhr Kunst 2010
2010 Nominiertenausstellung DEW21 Kunstpreis, Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund
2011 The Chain: Die Sao Paulo Biennale, Markus Ambach Projekte Düsseldorf
2011 Kunststudenten stellen aus, Bundeskunsthalle Bonn
2011 Primordium, Projektraum Bredowstraße, Berlin
2011 Kaiserbad, Mönchengladbach
2011 Ungeduld und frühes Leid, Galerie im Rathaus, Lippstadt
2012 Finale – alles andere ist alles andere, Landesmuseum Münster
2012 Inventur- Daniel Dwyer und Matthias Danberg, Kunstraum Unten, Bochum




Aktuelle Ausstellungen
 
DC-Open Galleries: Matthias Danberg - Inventory by Appropriation
06.09.2013 - 16.11.2013



Literatur
 




Die heutige Gesellschaft ist geprägt durch das Phänomen der digitalen Welt. Ihre Medien dringen in unser Bewusstsein, ändern unsere Wahrnehmung und beeinflussen unseren Lebensstill.
In wie fern diese Veränderungen allerdings nachvollziehbar bleiben und die Menschen des 21. Jahrhunderts die politischen, sozialen und religiösen Schwingungen noch erfassen können, wird sich wahrscheinlich erst retrospektiv am Ende des Jahrhundert bewerten lassen.
Diese Form der Retrospektive ist nicht neu. Schon Vincent van Gogh beklagte sich in Briefen an seinen Bruder Theo dass man seine Kunst erst weit nach seiner Lebenszeit die ihr zukommende Wertschätzung entgegenbringen werde: „Ich kann nichts dafür, daß meine Bilder sich nicht verkaufen lassen. Aber es wird die Zeit kommen, da die Menschen erkennen, daß sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe." (1888). Den Fauvisten erging es dreißig Jahre später nicht anders, auch ihre Kunst traf bei den Zeitgenossen auf wenig Anerkennung Der bedeutende Kunstkritiker Louis Vauxcelles formulierte sein Unverständnis der ersten Fauvistenausstellung gegenüber mit den Worten „Donatello au milieu des fauves!“.
In und durch Ihre Kunst vermochten diese Künstler dabei aber etwas einzufangen, das nur mit zeitlichem oder reflektivem Abstand zu erkennen war. Sie machten es sich zur Aufgabe den Zeitgeist ihrer Epoche wiederzugeben. In der Zeit der Industrialisierung etwa fand das Technische Einzug in die Kunst, nicht jedoch im illustrativen Sinne, sondern in der Wirkung auf die Wahrnehmung, auf die Kultur, auf das Konzept vom Menschen.
Der Künstler Matthias Danberg erklärte diesem Credo entsprechend den Computer zum primären Medium seiner künstlerischen Arbeit. Er bewegt sich ausschließlich im Bereich der Virtualität. Sein künstlerisches Anliegen zielt dabei nicht auf die Illustration des zeitgenössischen Ereignisses -sei es digital oder analog-, sondern auf die darunter liegenden Schichten ihrer historisch kulturellen Einwirkungen. So erfasst er eine zeitgenössische Atmosphäre, die durch die digitale und damit auch umfassend monumentale Globalisierung geprägt ist.
Die Arbeiten von Matthias Danberg basieren auf einer narrativen, metaphorischen Bildsprache. Seine künstlerische Strategie changiert dabei zwischen der kalten Simulationsästhetik des Virtuellen auf der einen Seite und der subjektiv-individuellen Gestaltungskraft eines tendenziell anachronistischen und damit widerständigen Künstlerverständnisses auf der anderen. In seiner Arbeit bezieht sich Danberg auf die Vielzahl unterschiedlicher medialer Erzählstrukturen, vor deren Hintergrund sich das heutige Weltverständnis zu formen versucht. So besteht die Videoarbeit "s.c.a" (sensus communis aestheticus) aus drei anscheinend zusammenhanglosen Szenen und visualisiert dabei unterschiedliche kulturelle Etappen. Die erste Szene verweist mit der auf dem Thron sitzenden Figur auf das Sakrale. Die zweite Szene greift auf die industrielle Entwicklung zurück. Die dritte schließlich befasst sich mit den Verheißungen der technischen Moderne. Durch eine schrittweise Entfaltung des Szeneninventars gewinnt die Arbeit an inhaltlicher und symbolischer Bedeutung, der mehr zu entnehmen ist, als eine bloße Erzählung der technischen Entwicklung des Menschen.
Anders als in „s.c.a.“ befasst sich Danberg in seiner Animation „Steinfahrt“ nicht mit universellen Themen. Diese Animation ist aber von der symbolischen Bedeutung und Inhaltlichkeit nicht weniger relevant. Hier scheint es, als würde die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft als Ganzes und jeden einzelnen Individuums bildmetaphorisch erfasst.
Danbergs Arbeiten sind insbesondere an der mythischen Progression des Kulturellen orientiert, sie beinhalten eine Form des Mythos, in dem durch das digitale Instrument, das Pathetische und Raumlose unserer Zeit eine Form findet.