Vita
 
1978 geboren in Mödling, Niederösterreich

2006 - 2011 Studium der Bildenden Künste an der Akademie der Bildenden Künste, Wien (in den Klassen von Gunter Damisch, Daniel Richter, Harun Farocki)

Auszeichnungen

2011 Pfann-Ohmann Preis
Kunstpreis Parz
2010 Laureate of the Fohn Scholarship
Roter Teppich für Junge Kunst

Residenzen

2013 Seattle: Thompson, USA, 2013
Helsinki: Rastila, Finland, 2013

2012 Grieskirchen: Galerie Schloß Parz, Österreich
Sao Paulo: Fundacao Armando Alvares Penteado (FAAP), Brasilien
Rio de Janeiro: EAV Parque Lage, Brasilien

2011 Mallorca: CCA Andratx, Spain

Publikationen

2013 "Drowned Presence" – Frey Contemporary Art (monograph)
"some roads to somewhere" - Hilger BROTKunsthalle

2012 "Salve Europa Kunstpreis - Salve Art Gallery

2011 "Renaissance" - Galerie Schloss Parz

2010 "Affiliations" - Salve Art Gallery

2009 "Wo der Pfeffer wächst" – Kro Art Contemporary




Ausstellungen
 
Einzelausstellungen

2014 "Calibrating Aesthetics", Galerie Voss, Düsseldorf
"Mapping Inexact Thoughts", Galerie Frey, Salzburg

2013
Neue Arbeiten auf Papier, Galerie Wolfrum, Wien
"Vow of Silence", Galerie Voss, Düsseldorf
"Origins of Semantics", Galerie Frey, Vienna

2012 "Schwimmen wie Hund", mo.ë, Vienna
"Promised Burden", EAV Parque Lage, Rio, Brazil
"Flüchtigkeit der Gegenwart", Kunst am See, Seeteufel Leipzig
"Aktuelle Zeichnungen", Galerie Wolfrum, Vienna
"Salon", mo.ë, Vienna

2011 "Gegenwart der Flüchtigkeit", Art Gallery Leipzig
"Everyday", La Galerie Bellechasse, Paris
"Eternally Tormented" (Von der Unmöglichkeit, Fuß zu fassen), Akademie der bildenden Künste, Wien
"Past Understanding", Galerie Plamínek, Brno
"Paradise Lost", La Galerie Bellechasse, Paris

2010 "Der Gute Maler Fresse Ständig", Sotheby’s Artist Quarterly, Vienna
"Affiliations", Art Gallery Leipzig, Leipzig
"Glaube Liebe Hoffnung", Roter Teppich, Vienna
" ausrauchen, ausrichten", Brick5, Vienna

Gruppenausstellungen

2014 “Resemblance”, Wolfram Productions at Smith Tower, Seattle
“3 under 36“ , Galerie Schloss Parz, Grieskirchen
„10 years – Art in Progress”, Galerie Frey, Wien
“Remembering Tomorrow“, Kunstverein Baden, Baden

2013 "Principium Privatum – Projected Sexualities", Vienna Art Week,
mo.ë, Wien
"Das gute Bild", Palais Kinsky, Wien
"AAAAR – ARTISTS ACTIVISTS A(U)CTION AGAINST RACISM", Prospekthof, Academy of Fine Arts, Vienna
"some roads to somewhere" Brot Kunsthalle, Vienna
"Vienna Calling I" – Masterworks Ambacher Contemporary, Munich

2012 "Salve Europa Kunstprei"s (Ausstellung der Nominierten), Salve Art Gallery, Leipzig
"Works on Paper", Galerie Frey, Salzburg
"12. Kunstauktion" Neunerhaus, MAK, Vienna
"Montag ist erst übermorgen" – Junge Kunst auf Papier, Akademie der bildenden Künste, Vienna
"Handelnde und leidende Helden" – neodramatische Spielzunst, Kunstverein Mistelbach
"Megacool 3.0", k-haus, Vienna
"Malerei", Galerie Schloß Parz
"die weisse ab-haus-verkaufs-kunstschau", Das Weisse Haus – Satellit, Argentinierstrasse 11, Vienna
"Salve", Kunstraum Connex/salve art gallery, Leipzig
"Artists Activist A(u)ction Against Racism", Academy of Fine Arts, Vienna

2011 "Inside/Outside", Kro Art Gallery, Vienna
Kollektiv Akt V (Thursday, September 8th – Friday,
"Art Stays, Ptuj, Slovenia
"Gallery Opening", Art Gallery
"Invisible", Kunstverein Baden
"Before The Movies, Paintings Were Like The Movies", mo.ë Vienna
"Art Austria" (with Kro Art Contemporary), Museum Leopold
"Wem die Stunde schlägt", NÖ Dokumentationszentrum für moderne Kunst, St. Pölten
"Wohnzimmerbiennale" (Livingroom Biannual)
"Koppa Koppa, Galerie am Schillerplatz
"Renaissance, Galerie Schloss Parz
"Sharing a room", Krokus Galeria, Bratislava
"Attitudes and Appropriation, Diplomarbeit Nathalie Koger, Akademie der bildenden Künste, Wien
Rundgang der Akademie der bildenden Künste, Wien

2011 "Words. ARTmART", Künstlerhaus, Vienna
"Impromptu Tête-à-Tête", Galerie 114, Vienna
"Sauna 2010," Brut, Vienna
"Zwischen Innen und Außen", Das Weisse Haus, Vienna
"5th International Student Triennial", Marmara University, Istanbul
"Kultursalon 24/7", Ausarten, Vienna
"Bild. Rundgang 2010", academy of fine arts, Vienna

2009 Wo der Pfeffer wächst. Kro Art Gallery, Vienna
Open Call 2009. academy of fine arts, Vienna
Beyond (10/Kunstakt). Fellner Wratzfeld Partner, Vienna

2007 "Im Zentrum am Rand", Weinstadtmuseum Krems (NöART)
"Ego(t)is",. Projektwerkstatt SOHO Ottakring, Vienna





Kataloge
 
Christian Bazant-Hegemark / The Rise And Fall Of Transpormative Hopes And Expectations


Aktuelle Ausstellungen
 
Christian Bazant-Hegemark // VOW OF SILENCE
24.05.2013 - 20.08.2013


Christian Bazant-Hegemark / Calibrating Aesthetics
14.11.2014 - 17.01.2015


Christian Bazant - Hegemark / The Rise and Fall of Transformative Hopes and Expectations
11.11.2016 - 21.01.2017



Literatur
 
Im Atelier
Stephan Schmidt-Wulffen

Es ist schon dunkel und kalt ist es auch: Winter. Auf den Klingelschildern fehlt der Name. Von der Haustür sehe ich den Verkehr auf dem Gürtel vorbeifließen. Ich finde eine Handynummer und werde doch eingelassen in die ehemalige Fabrik. Künstler haben sich eingenistet. Wir gehen durch eine Halle, ein improvisierter Ausstellungsraum. Hinten rechts das Atelier. Ein Kubus, gut für große Formate. Nackte Backsteinwände. Der Schreibtisch mit dem Computer und einigen Büchern wirkt etwas verloren angesichts der Raumdimensionen. Vom Sofa aus kann ich auf die zwei Wände sehen, an denen große Gemälde lehnen. Jetzt also sprechen... Stunden, Tage und Wochen der Arbeit sind auf den Leinwänden gespeichert. Wie kann man dem spontan beikommen? Man muss den Werken Zeit geben sich zu entfalten. „Wie geht es?“ „Wie war die letzte Ausstellung?“ „Danke für Ihre Mail.“ – Zeit gewinnen. Während ich mich dem Gesprächspartner zuwende, beobachte ich am Rande des Wahrnehmungsfeldes die Gemälde. Den Fokus der Aufmerksamkeit künstlich verschieben; Technik des beiläufigen Sehens, die den Bildern den Raum lässt sich zu artikulieren. Wir müssen nicht von Null beginnen. Ich sehe Werke, die ich noch aus Gesprächen an der Akademie kenne: „Tranquilada“. Sechs Personen und ein Pool mit Fischen. Das Gelände scharf konturiert; zwei Bäume stehen am Rande des Plateaus, in das das Schwimmbecken in leuchtendem Blau eingeschnitten ist. Die Farbdramaturgie setzt abstrakte Schwerpunkte und lässt weite Bereiche scheinbar unbehandelt. Das schwebtwie ein Raumschiff. Die realistische Szenerie scheint aus der wolkigen Abstraktion geschnitten.Der ukrainische Maler Vasily Tsagolov hat seinen Realismus einmal mit der „Zombie-Malerei“ erklärt: Eigentlich sei die Malerei längst tot. Aber weil sie so tot, eignet sie sich – auferstanden – umso mehr für konzeptuelle Zwecke. Wie Fotografie, bei der auch alles erscheint, ohne dass es einen Austausch zwischen Material, Form und Inhalt gibt. Denn eigentlich bedeutet Malen, sich einem offenen Prozess anzuvertrauen. Inhalte sollen sich in der Selbstkorrektur aus dem Umgang mit Formen entwickeln. So gelingt der Malerei die für die Kunst modellhafte Verbindung von Künstlersubjekt, formalem Gestalten und Bedeutung. Gemälde betrachten ist dann ein Playback: Anhand der Spuren im Gemälde simulieren die Betrachter den Entstehungs- prozess. Aber: Nach 500 Jahren Malen sind die Zufälle Routine geworden. Jede Geste lässt sich in ein System von Sprachen und Stilen einordnen. Individualität lässt sich über Prozess und Form nicht mehr artikulieren, Autorschaft nicht mehr definieren. Heute ist die Zeit der Realismen: Bilder werden aus der Alltagswelt in die Gemälde zitiert. Sie bringen die sozialen Umstände, aus denen sie stammen, in die Kunst ein und machen auch den Künstler zu einem sozialen Wesen. Tsagolov hat recht: Malen hat seine Pro- zessualität eingebüßt; es ist eine standardisierte Technik. Dadurch wird der Weg der Bilder wichtig, die sich jetzt mit vielfältigen sozialen Konnotationen aufladen. Gestaltung besteht in der Weiterverwendung, der Montage, der Verfremdung, – in der Art und Weise wie der Künstler die Zirkulation der Bilder fortsetzt. Ich beobachte die ganze Zeit den Alten, der neben mir in einer dramatischen Geste das Kreuz hoch hält. Warum? Die Figur ist angedeutet: Fragmentarische Linien suggerieren Beine, Ellenbogen und Hand,beschreiben die erhobene Linke. Markant abgehoben vom fleckigen gelben Grund in realistischer Malweise sind Stock, Kopf und Kreuz. Ich messe: Der Mann ist groß wie ich. Lifesize. Wir diskutieren den Zwang zum großen Format. Der Farbraum ist die Nebel- kammer, in der sich Bilder materialisieren können. Oder besser: eine Projektionsfläche, auf der die Bilder gefangen sind. Vielleicht ist es ein Irrtum über Malerei zu reden, sage ich. Vielleicht ist das hier eine Methode, um sich in das Zirkulieren der Bilder einzu- mischen. Vielleicht sind die Farbwände Bildkatalysatoren und die Fragmente zwingen die Betrachter das Motiv selbst im Wahr- nehmen zu schaffen, die Lücken auszufüllen. Eine Wahrnehmungsperformance, für die das Gemalte Bühne ist.
Maler mögen keine Texte. Was im Malen geschieht, verklumpt sich im Geschriebenen. Das stotternde Sprechen – Cocteau hat einmal den „hinkenden Schritt der Poesie“ gelobt – lässt immerhin noch Freiräume für Sinnbildung. Man muss ja nicht meinen, was man sagt. Texte sind aber Produkte, zumal in Katalogen. Man muss sie nicht einmal lesen. Es wäre gut, die Bilder auch beim Schreiben im Fluss zu halten. Denn hier kommen sie jetzt an, nachdem sie die Leinwand verlassen haben: der pathetische Alte, das versonnen an einem Tuch lutschende Mädchen, der schreiende Engel mit dem türkischen Kopftuch. Ist das nicht alles ein wenig pathetisch geworden, frage ich. Und ich meine das Motiv der Pietà. Was mir nicht aufgefallen war: Auch jene Szenen, deren Komposition sich im Laufe einer jahrhundertealten Geschichte verfestigt hat, werden durch die fragmentarische Ausführung in Wahrnehmungsmomente zerlegt. „Dénouement“ heißt Auflösung. Die zeich- nerische Bearbeitung des Motivs liefert die Darstellung einer Pietà. Die malerische Akzentsetzung zerlegt sie in fünf Wahrneh- mungsmomente: ein angewinkeltes Bein, der Kopf von Mädchen und Toten mit Armen und Händen, ein verwundert dreinschauender Knabe, die fragmentarische Büste und den Unterarm der jungen Frau, die die Verblichene hält, schließlich der Dreiklang